Hawaii

Inbegriff der Sehnsucht

von Frank Dittersdorf

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Nicht mal im Paradies kann man jeden Tag ausschlafen. Es ist gegen 3 Uhr früh, als wir uns auf der Insel Maui aus dem kuscheligen Hotelbett quälen. Doch dafür sollen wir belohnt werden. „Ihr werdet begeistert sein“, versprach uns die freundliche Hostess, bei der wir die Exkursion des heutigen Tages gebucht haben. Noch im Dunkeln schaukelt unser Bus vorbei an Zuckerrohrfeldern. Dann kurven wir die Serpentinen des Highway 378 hoch. Es ist 6 Uhr, als sich der Himmel im Osten violett zu färben beginnt. Jetzt stehen wir am Rand des Haleakala-Kraters und warten in 3.055 Meter Höhe darauf, dass die Sonne am Horizont erscheint. Wenig später schafft es der erste Strahl über die gezackten Felsen. Und die Aschekegel eines der größten schlafenden Vulkane dieser Erde leuchten in Gelb, Orange und in flammendem Rot. Ein wirklich atemberaubender Anblick! Die freundliche Hostess hatte Recht. Ja, Hawaii begeistert. Vom ersten Moment an, da wir den Boden des 50. US-Bundesstaates betreten. „Aloha“ – in großen Neonlettern leuchtet uns auf dem Flughafen von Honolulu die frohe Botschaft entgegen, die viel mehr sein will als nur Begrüßung oder Verabschiedung. Und die Müdigkeit nach knapp 20 Stunden im Flieger ist restlos vergessen, als uns mandeläugige Schönheiten dann noch einen Lei, den landestypischen Blütenkranz um den Hals legen. Unser Ferien-Domizil liegt direkt an der Waikiki Beach. Vom Hotelzimmer im 16. Stockwerk aus sehen wir die im Mondlicht glitzernden Wellen. Traumhaft! Noch vor dem Frühstück am nächsten Morgen laufen wir über den puderfeinen Sand des berühmtesten aller Hawaii-Strände, genießen das erste Bad im herrlich warmen Wasser.

Ein paar Tage später nehmen wir uns einen Leihwagen, machen eine Inselrundfahrt. An der legendären Sunset-Beach schauen wir den Surfern bei ihren waghalsigen Wellenritten zu. Hawaii gilt ja als das Surfer-Paradies schlechthin. Längst vergessen, dass der Sport einst ein Privileg der Könige war. Erfunden hat den modernen Surfsport übrigens ein adeliger Hawaiianer. Nahe der Waikiki Beach wurde ihm sogar ein Denkmal gesetzt.Junge Schönheiten begrüßen uns mit einem Blütenkranz  An der malerischen Nordostküste erreichen wir das Polynesian Cultural Center. Hier hat man auf einem 150.000 Quadratmeter großen Areal Mini-Dörfer aus sieben Südsee-Regionen originalgetreu nachgebaut: Tonga, Tahiti, die Marquesas-Inseln, Hawaii, Fidschi, Samoa und Neuseeland. Bewohner der jeweiligen Inseln erzählen von ihrer traditionellen Kultur und dem Handwerk. Und abends ist große Polynesien-Show angesagt. Wer ein tolles Hula-Motiv sucht – hier bekommt er es vor die Linse. Hawaii – der „Aloha State“, wie auf den Autokennzeichen zu lesen ist – besteht insgimageesamt aus etwa drei Dutzend Inseln und Inselchen. Acht bilden die Hauptinseln. Und wiederum sechs davon stehen Besuchern offen. Die flächenmäßig größte Insel ist Hawaii selbst, die dem ganzen Archipel seinen Namen gegeben hat. Und die auch Big Island genannt wird. Auf dieser großen Insel, im Hawaii Vulcanoes National Park – 1916 gegründet und 92 Quadratkilometer groß –, befindet sich der größte aktive Vulkan der Erde: Kilauea. Er sprudelt munter immer neue Lava aus dem Erdinnern, ganz sanft und friedlich. „Drive-In Vulkan“ nennen die Insulaner ihren Kilauea. Auf einer geführten Wanderung kommen wir bis an die glutroten Lavaströme heran. Ein wirklich einzigartiges Erlebnis. Aber: Die dünne Kruste kann leicht brechen. Man sollte unbedingt lange Hosen und festes Schuhwerk tragen. Turnschuhe sind nicht empfehlenswert – die Gummisohlen schmelzen auf dem heißen Boden!

Kauai ist die „Strandinsel“ Hawaiis. Zu den schönsten Baderevieren gehören die Polihala und die Po’ipu Beach. Und wer gern mal ungestört Robinson spielen möchte, ist auf der Insel Molokai am Ziel seiner Wünsche: Papohaku Beach, ein echter Traumstrand. Einsame Spitze! Die kleinste der bewohnten Hawaii-Inseln heißt Lanai. Ein wahrer Garten Eden. Am Polihua Beach kann man seltene Schildkröten beobachten. Und wer mag, fährt mit einem Boot zum Whale Watching hinaus vor die Küste. Mit etwas Glück sind hier mächtige Buckelwale zu beobachten. Honolulu, Hawaiis Hauptstadt an der Südküste von Oahu, der drittgrößten Insel des Archipels, ist eine lebendige Metropole mit 380.000 Einwohnern. Ein Superausblick über Stadt und Meer imagebietet sich von der Aussichts-Plattform des Aloha-Towers am Hafen. In der Nähe des Iolani-Palastes entdecken wir unter einem alten Banyan-Baum die Statue von Lili’uokalani, der letzten Königin von Hawaii. Das Denkmal der damals sehr beliebten Monarchin wird noch heute mit duftenden Lei-Blütenkränzen geschmückt. Nachdem sie am 17. Januar 1893 von den Vereinigten Staaten zum Abdanken gezwungen worden war, schrieb die Königin eines der ergreifendsten Südseelieder: „Aloha Oe“ – auf deutsch „Lebewohl“! Gut möglich, dass es auf Hawaii bald noch einen weiteren Volkshelden gibt. Immerhin wurde der amtierende US-Präsident Barack Obama am 4. August 1961 in Honolulu geboren.

Reiseangebot

imageBeste Reisezeit: Das ganze Jahr.
Klima: Hawaii liegt in der Passatwindzone, kennt keine Jahreszeiten. Zwar fallen von November bis März die meisten Niederschläge, doch die Temperaturen bleiben ganzjährig zwischen 23 und 28 Grad Celsius.
Zeit: MESZ minus 12 Stunden.
Sprache: Englisch.
Geld: Währung ist der US-Dollar ($). 1 Euro = ca. 1,30 $.
Dokumente: Deutscher Paß. Die Zollkontrollen sind rigoros und zeitraubend.
Gesundheit: Selbst wenn Sie eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen haben, müssen Sie auf jeden Fall erst einmal die Rechnung für Arzt oder Krankenhaus begleichen.
Essen & Trinken: Hawaiis Bevölkerung wurzelt in vielen Rassen und Kulturen. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich das Essenangebot meist als Mischung von vielerlei Gerichten erweist. Japanische Restaurants sind neben den amerikanisch angehauchten besonders häufig vertreten.
Restaurants: Duke‘s Canoe Club, Waikiki. Angenehmes Strandrestaurant mit prima Steaks und frischem Fisch. Tel. 922 22 68.
Sehenswert: Chinatown und Foster Botanical Garden in Honululu; der Hawaii Volcanoes National Park auf Big Island und das USS Arizona Memorial in Pearl Harbour auf Oahu.
Unbedingt machen: Baden mit Südsee-Feeling in den Oheo Pools auf Maui – für Schriftsteller James Michener „die schönste Bucht der Südsee“. Hawaiianische Choräle hören. Jeden Sonntag in der Kawaiahao Church in Honululu.
Unbedingt vermeiden: Touristenshows besuchen: zumeist Hüftgewackel dunkelhäutiger Darstellerinnen plus Abfütterung mit zerkochter Massenware. Bräunen oben ohne: In den puritanischen USA ist das verpönt. Im Übrigen: Sonnencreme nicht vergessen!
Beliebte Mitbringsel: Schmuck, günstige T-Shirts, Musik-CDs.
Literatur: „Hawaii: Das komplette Handbuch“, Reise Know-How Verlag Rump, 22,50 €; National Geographic Traveller „Hawaii“. 15,95 €.
Auskünfte: Hawaii Tourism Authority, Sonnenstraße 9, 80331 München, Tel: 089/23 66 21 97. www.hawaii-tourism.de.

Reiseinformationen

Reiseangebote: 5 Nächte im Hilton Waikiki Prince Kuhio. Ab 412,- € pro Person im Doppelzimmer. Swimmingpool, Jacuzzi, Fitnesscenter. Hilton Hawaiian Village: Toplage direkt am Strand, in einem tropischen Garten mit exotischen Tieren und Pflanzen. 5 Nächte zum Preis von 4. Ab 348 € pro Person im DZ. Information und Buchung

Fotos: Tor Johnson / Hawaii Tourism Authority, Steffan Emmanuel, Serge Simo / Fotolia

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