Kreta
Zwischen Küste und Kultur
von Administrator
Würde die Luft nicht so lecker nach Thymian – leider ohne Lammbraten– duften, man könnte fast glauben in den Hochalpen zu sein. Über dir der majestätische Gingilos-Gipfel (2.080 m), unter und vor dir auf der Omalós-Hochebene der atemberaubende Blick in die Samariá-Schlucht, mit 18 Kilometern die längste Europas! Zu beiden Seiten bis zu 600 Meter senkrecht aufragende Felswände, die sich beim „Eisernen Tor“ auf nur drei Meter Breite verengen. Der Pfad durch die Schlucht ist das steinige Flussbett eines Sturzbachs, der sich seinen Weg zwischen dem Hauptgipfel der Weißen Berge und dem Volikias-Gebirge gebahnt hat. Wenn du dann nach fünf bis sechs Stunden schweißtreibender Kraxel-Tour und etwa 25.000 Schritten, so Puck, unser Tour-Guide, durch diese wilde Schönheit endlich das kleine Fischer-Dorf Agia Rouméli erreicht hast, erwartet dich die tollste Erfrischung deines Lebens: Ein kühles Bad im tiefblauen Libyschen Meer! Längste Schlucht Europas, Libysches Meer, Weiße Berge. Ja, beim Zeus, wir sind auf Kreta, dem südlichsten Punkt Griechenlands und Europas – nur 250 Kilometer von Afrika entfernt. Besonders im Juni, wenn alles auf der Insel üppig grünt und blüht, ist Kreta ein absolutes Traumziel. Die Wanderung durch das Naturwunder Samariá-Schlucht bucht man am besten – wie andere Wandertouren auch – als organisierten Ausflug bei einem Reisebüro vor Ort. Kostenpunkt: mit An- und Abfahrt ca. 40 Euro. Kreta, Griechenlands größte Insel (8.261 qkm) im östlichen Mittelmeer, zwischen Europa, Afrika und Asien, ist kontrastreich wie ein ganzer Kontinent – und wieder ein Trend-Urlaubsziel der Deutschen. Kali méra, Kreta – guten Tag, Kreta! Nach nur drei Flugstunden bist du da und kannst mit deiner Entdeckungstour beginnen. Am besten per Mietwagen, ab ca. 30 Euro pro Tag. Kretas Küsten: über 1000 km lang, mit traumhaften Sand- und Kiesstränden, einsamen, kleinen Buchten, grandiosen Steilküsten und idyllischen Hafenstädtchen. Flach abfallend im Norden, wo sich Guergioupolis, Chersonissos, Stális, Mália und Agios Nikolaos zu sehr lebendigen Urlaubszentren entwickelt haben. Unbedingt besuchen sollte man die Städte Chaniá (53.000 Einwohner) und Réthimnon (28.000 Einwohner). Beide Orte haben malerische Häfen, venezianische Adelspaläste, alte Gassen, Moscheen, schöne Einkaufsgassen. Beliebte Mitbringsel sind Olivenöl, Thymian-Honig, Keramik, Schmuck, Lederwaren, Webarbeiten, hübsche Stickereien. Selbst im Dezember kann man noch baden An der nordöstlichsten Spitze lockt der berühmte Palmenstrand von Vai, der einzige Palmenstrand Kretas. Im Sommer ist er ziemlich überlaufen, aber am späten Nachmittag findet man immer ein Plätzchen. Die südlichste Stadt Griechenlands ist das afrikanisch anmutende Ierápetra (12.000 Einwohner). Selbst im Dezember und Januar kann man hier noch im Libyschen Meer baden! An einer wunderschönen Bucht der fruchtbaren Messará-Ebene liegt das winzige Fischerdorf Mátala, berühmt durch seine „Hippie-Höhlen“ aus den 60er und 70er-Jahren. Als Wohnraum dienten den Aussteigern die jungsteinzeitlichen Höhlen in den Sandsteinfelsen.
Zeitweise lebten hier Pop-Stars wie Cat Stevens, Joni Mitchell und Janis Joplin. Übrig geblieben ist Skotty (69), ein Deutscher, der „letzte Hippie von Mátala“. So heißt auch ein von ihm verfasstes Büchlein, das man in der Buchhandlung an der Hauptstraße von Mátala kaufen kann (5 Euro). Noch mehr erfährt man aber von ihm selbst, wenn man ihn zu einem Getränk im nächsten Kafeneon einlädt. Kultur: Kreta hat aber noch wesentlich mehr zu bieten als 300 Tage Sonne im Jahr, Traumstrände, imposante Berge und malerische Ortschaften. Kreta ist gewissermaßen die „Wiege Europas“, Ursprung der griechischen Mythologie – Göttervater Zeus soll hier geboren und begraben worden sein – und lebendige Archäologie. Vor allem die Zeugnisse aus minoischer Zeit, 3.500 bis 4.000 Jahre alt, sind einzigartig auf der ganzen Welt. Ein touristisches Muss: der Besuch des Archäologischen Museums im Zentrum der Inselhauptstadt Iráklion (130.000 Einwohner). Kein anderes Museum der Welt besitzt mehr Funde aus minoischer Zeit. Auf zwei Etagen kommt man hier aus dem Staunen nicht mehr heraus: Schmuck, Tongefäße, Siegel und wunderschöne Wandmalereien erzählen vom alltäglichen Leben vor über 3.500 Jahren. Danach dann, fünf Kilometer östlich von Iráklion, ist die Besichtigung der Palastanlage von Knossós angesagt – ideal zu kombinieren. Die 22.000 qm große Anlage beeindruckt mit bis zu vierstöckigen Gebäuden und ca. 1.400 Räumen. Mag sein, dass sie Vorbild war für die Sage vom Labyrinth des Minotaurus, dem Ungeheuer mit Stierkopf und Menschenleib.Kretas Küche: Wenn der Wissensdurst gestillt ist, meldet sich
bestimmt irgendwann ein knurrender Magen. Aber ganz egal, wo man sich auf der Insel gerade befindet – eine urige Taverne ist garantiert in der Nähe. Und die heißt vielleicht auch noch „Alexis Sorbas“ und lockt mit Sirtaki-Klängen, ausgezeichneten kretischen Weinen und leckeren Speisen wie Stifado, Moussaka, Souvlaki oder gegrilltem Oktopus. Die Preise sind moderat. Nur wenige Gerichte kosten auf Kreta mehr als 6 Euro, kaum eine Flasche Wein mehr als 10 Euro. Wussten Sie übrigens, dass die Kreter laut Weltgesundheits-Organisation WHO die höchste Lebenserwartung Europas haben? Wissenschaftler fanden dafür einen Grund: das auf der Insel hergestellte, kaltgepresste Olivenöl, ohne das auf Kreta keine Mahlzeit denkbar ist. Wirt Stavros, der uns die Rechnung präsentiert, hat eine andere Gesundheits-Philosophie. Sein Lebenselexier heißt Raki, der auf der Insel produzierte Tresterschnaps. Davon stellt er jedem Gast zum Abschied ein Gläschen hin und meint lächelnd „Jámmas!“ – zum Wohl.
Reiseangebot
Beste Reisezeit: April bis Juni – beständiges Wetter und üppige Vegetation. Mai und September für Aktiv-Urlaub. Mai bis Oktober für Badeurlaub. In den Wintermonaten kann die Samaria-Schlucht nicht durchwandert werden.
Klima: Mediterranes Klima im Norden der Insel, im Süden heißer und trockener. Kreta gilt als eine der sonnigsten Inseln im Mittelmeer. Durch frische Brisen vom Meer werden die Temperaturen aber gemildert, auch in der Nacht wird es kühler. Die Durchschnittstemperaturen liegen im Hochsommer um die 26 °C. Der Winter ist mild und meist regnerisch.
Sprache: Neugriechisch mit kretischem Dialekt, in den Urlaubszentren wird auch Deutsch gesprochen.
Zeit: MEZ plus 1 Stunde.
Geld: Euro.
Dokumente: Personalausweis genügt.
Gesundheit: In der Samaria-Schlucht gibt es Parkwächter, die bei Unfällen und Verletzungen helfen. Ein Arzt ist in Samaria stationiert. Die Versorgung durch einen Arzt wird durch die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) abgedeckt. Medikamente müssen trotzdem z.T. selbst bezahlt werden. Das klare Wasser aus den Quellen der Samaria-Schlucht ist köstlich!
Essen & Trinken: Es gibt in der griechischen Küche viel frisches Gemüse, Oliven und Meeresfrüchte. Zu Beginn gibt es Vorspeisen (Orektiká) wie Dolmades (gefüllte Weinblätter), Taramosalata (rosa Fischrogenpaste) und Tzatziki oder Salat mit Schafskäse. Spezialitäten sind Souflaki (marinierte Fleischspieße) und Kalamari (Tintenfisch). Viele Gerichte kommen aus dem Backofen wie z.B. Moussaka (Auberginenauflauf). Als Dessert gibt es frische Früchte wie Melone oder Feige. Getrunken wird Wasser, griechischer Kaffee, Ouzo (Anisschnaps) oder Retsina (trockener Weißwein mit Harz).
Restaurants: In Agía Rouméli gibt es einige Tavernen, die die Wanderer der Samaria-Schlucht verpflegen. Besser isst man allerdings in der Taverne Paradosiakó, Odós Theotokópoulou 25, Chaniá.
Sehenswert: Heraklion – größte Stadt der Insel. Es gibt zahlreiche historische Stätten auf Kreta. Die bekannteste sind die Ruinen des Palastes von Knossos, außerdem Malia und Phaetos – alles Stätten minoischer Kultur. Rethymnon – venezianische Festung. Ein Besuch im Archäologischen Museum vermittelt viel Wissen über die Geschichte Kretas. Tropfsteinhöhle Diktéon Ándron in der Lassíthi Hochebene – angeblicher Geburtsort von Göttervater Zeus.
Unbedingt machen: Beim Betreten von Kirchen und anderen heiligen Stätten auf angemessene Kleidung achten: Schultern und Knie bedeckt halten.
Unbedingt vermeiden: Zur falschen Zeit durch die Samaria-Schlucht (Kann nur von 6 bis 15 Uhr betreten werden.). Meiden Sie die Mittagshitze. Außerdem nicht ohne ausreichende Verpflegung in die Schlucht.
Beliebte Mitbringsel: Keramik, Textilien, Lederwaren.
Literatur: „Kreta. Polyglott on tour“ von A. Schneider, M. Blisse und U. Lehmann, 9,95 €.
Auskünfte: Griechische Zentrale für Fremdenverkehr, Frankfurt, Tel. 069/25 78 27 0, www.gnto.gr.
Reiseinformationen
Idyllisch, inmitten einer kleinen, gepflegten Grünanlage und nur ca. 500 m vom Strand entfernt, liegt das „Charme-Hotel Halepa“ (3,5 Sterne) aus dem Programm von Dertour. Zum Zentrum von Chania mit seinen engen Gassen und dem malerischen Hafen sind es nur ca. 15 Gehminuten. Das kleine, elegante Hotel mit 42 Zimmern ist ein Ort mit Geschichte: Die ehemalige Britische Botschaft wurde mit viel Liebe zum Detail in ein Hotel mit besonderem Flair und Ambiente umgebaut. Preis: 1 x Ü/F im DZ ab 36 Euro pro Person bei eigener An- und Abreise. Kontakt siehe "Info & Buchung".Birger Kühnel, sebastiaregener/ Fotolia; Griechische Zentrale für Fremdenverkehr
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